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Schwerpunkte
Kniegelenksendoprothetik

Die Charité hat eine der größten universitären Centren für Endoprothetik. Dieser Entwicklung wird mit dem ersten Lehrstuhl für Endoprothethik in Deutschland (Lehrstuhlinhaber: Univ.-Prof. Dr. Carsten Perka) Rechnung getragen.

Die Sektion Kniegelenksendoprothetik bietet neben dem künstlichen Ersatz des Kniegelenks das komplette Spektrum gelenkerhaltender Operationen (Umstellungsosteotomie, Arthroskopie, Knorpelersatz u.a.) an. Weitere Schwerpunkte sind die Behandlung schmerzhafter Knieendoprothesen sowie Wechseloperationen. Wir führen jährlich allein über 500 Implantationen und 100 Wechseleingriffe von Knieendoprothesen durch.

06.04.2009

 

Leitung
 
Perka, Carsten, Prof. Dr. med,
Stellv. Klinikdirektor (CCM)
Leitender Arzt Sektion Hüft- und Knieendoprothetik

Matziolis, Georg, PD Dr. med.
Oberarzt Sektion Endoprothetik

Füchtmeier, Bernd, PD Dr. med.
Oberarzt Sektion Endoprothetik und Traumatologie

 
Alle Mitarbeiter des Bereichs "Knie, Rekonstruktion, Knie-Endoprothetik"
 

Sprechstunden

In unserer Spezialsprechstunde erhalten Sie neben der ausführlichen Untersuchung und Diagnostik eine eingehende Beratung über die Behandlungsmöglichkeiten Ihrer Erkrankung. Wir begleiten Sie von der ersten Begegnung in der Sprechstunde über einen möglichen stationären Aufenthalt bis zu den Kontrolluntersuchungen in der Sprechstunde und dem Abschluss der Behandlung.

Die Kniespezialsprechstunde findet donnerstags von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr am Campus Mitte statt. Die Poliklinik in Mitte befindet sich in der Luisenstraße 13a in 10117 Berlin. Sie ist über den S-Bahnhof Friedrichstraße (Linien 3, 5, 7, 9) oder mit der U-Bahn Linie 6, Haltestelle Oranienburger Tor, zu erreichen. Vom Hauptbahnhof verkehrt die Buslinie 340. Außerdem hält der Bus 147 in unmittelbarer Nähe.

Terminvereinbarungen sind zwischen 8:00 Uhr und 15:00 Uhr unter der Telefonnummer 030-450 515044 möglich.

08.12.2004


Unsere Expertise

Der außergewöhnlich hohe Qualitätsstandard der operativen Versorgung wird durch Konzentration der angebotenen Eingriffe auf wenige Operateure gewährleistet, so dass eine überdurchschnittliche Erfahrung und Übung besteht. Ein Beleg dafür sind die zahlreichen nationalen und internationalen Weiterbildungsveranstaltungen, an denen die Mitarbeiter des Teams regelmäßig als Referenten teilnehmen.


Aufbau, Funktion und Erkrankungen des Kniegelenks

Das Kniegelenk ist nicht nur das größte Gelenk des Menschen, sondern auch das Gelenk mit der größten Beanspruchung. Es besteht aus dem Oberschenkelknochen, dem Schien- und Wadenbein und der Kniescheibe.
Neben der Hauptfunktion der Beugung und Streckung kommt es auch zu Dreh- und Gleitbewegungen zwischen Ober- und Unterschenkel. Diese Bewegung wird durch eine Vielzahl von Bändern und Muskeln geführt. Der komplexe Aufbau des Kniegelenks erklärt die große Anzahl an möglichen Gründen für Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Die Diagnose ergibt sich daher meist erst durch eine klinische und bildgebende Untersuchung (Röntgen, MRT u.a.).
Die häufigste Ursache ist der Gelenkverschleiß (Arthrose), der dem unwiederbringlichen Verlust von Knorpel entspricht. Dadurch kommt es zu immer wiederkehrenden Entzündungen mit zunächst Bewegungs- und später auch Ruheschmerzen.


Operatives Spektrum
Wir bieten alle etablierten Operationsverfahren von der Gelenkspiegelung über die Umstellungsoperation, den teilweisen oder vollständigen Gelenkersatz sowie Wechseloperationen auf höchstem Qualitätsstandard an.


Die Gelenkspiegelung
Durch eine Gelenkspiegelung können krankhafte Veränderungen der Menisken, der Bänder, des Knorpels oder anderer Teile des Kniegelenks therapiert werden. Die Operation ist sehr schonend, da sie in der Regel über zwei kleine Schnitte erfolgt und selten einen Krankenhausaufenthalt über einen Tag erforderlich macht.


Die Umstellungsosteotomie
Liegt eine Achsfehlstellung des Beines vor (O oder X – Bein), kommt es zu einer Mehrbelastung des inneren oder des äußeren Gelenkanteils. Die Folgen können die Entwicklung einer Arthrose und Schmerzen sein. Um dies zu vermeiden, kann eine Korrektur der Beinachse erfolgen. Dabei wird unter Berücksichtigung der individuellen Biomechanik des Beines das für Sie passende Operationsverfahren ausgewählt. Dies kann je nach Fehlstellung sowohl am Oberschenkelknochen, als auch am Unterschenkel oder aber kombiniert erfolgen.


Das künstliche Kniegelenk
Sollte die Arthrose so fortgeschritten sein, dass ein Erhalt des Gelenks keine Aussicht auf Beschwerdebesserung hat, so ist ein künstliches Kniegelenk (Endoprothese) in Erwägung zu ziehen. Individuell auf Ihre Erkrankung angepasst, stehen uns dabei eine Vielzahl an Operationstechniken und Implantaten zur Verfügung.
Die meisten Endoprothesen werden bei uns in einer minimalinvasiven Technik implantiert. Dies bedeutet, dass die Muskulatur weitestgehend geschont wird, so dass eine schnellere Rehabilitation und ein kürzerer Klinikaufenthalt möglich sind. Zusätzlich stehen uns Navigationssysteme zur Verfügung, welche eine präzise Positionierung der Implantate durch zusätzliche Informationen während der Operation ermöglichen.
Da wir unterschiedliche Implantate verschiedener Hersteller benutzen, wählen wir das für Sie optimale Implantat – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Versicherungsstatus – aus. Bei Patienten mit nachgewiesener Metallallergie können wir auf allergenarme Implantate zurückgreifen.


Unikondylärer Ersatz
Betrifft die Arthrose ausschließlich den inneren Anteil des Gelenks und sind alle Bänder intakt, kann dieses Verfahren in Betracht gezogen werden. Diese Operation wird immer minimalinvasiv über einen kleinen muskelschonenden Zugang durchgeführt.


Bikondylärer Ersatz (sogenannte Totalendoprothese)
Der vollständige Ersatz des Kniegelenkes, mit oder ohne Ersatz der Kniescheibenrückfläche, ist die häufigste Operation. Die geschädigten Gelenkflächen werden dabei durch hochfeste Metalllegierungen und Polyethylen ersetzt. Heutige Implantate haben Standzeiten von 15 und mehr Jahren und können im Falle einer Lockerung in der Regel problemlos gewechselt werden.


Teilgekoppelte Endoprothese
Liegen bereits stärkste Verschleißerscheinungen mit Schädigung der Bänder und Instabilität vor, so kommen (teil)gekoppelte Implantate zur Anwendung. Die teilweise Kopplung des Ober- und Unterschenkelteils gewährleistet auch in solchen Fällen ein stabiles Gelenkspiel.


Endoprothesenwechsel
Trotz der sehr guten Langzeitergebnisse nach Implantation einer Knieendoprothese, gibt es einige Patienten mit verbleibenden Schmerzen. Diese können eine Vielzahl von Ursachen haben, die eine Wechseloperation erforderlich machen:
- Lockerung / Verschleiß der Gleitflächen (Abrieb)
- Instabilität
- fehlerhafte Prothesenposition
- Infektion
- Einklemmung von Weichteilen
- Kniescheibe

Vor einer Wechseloperation muss die Ursache der Beschwerden eindeutig gefunden werden. Dazu sind in vielen Fällen zahlreiche Voruntersuchungen erforderlich, die nur in einer spezialisierten Einrichtung möglich sind. Diese reichen von Blutuntersuchungen über Untersuchungen der Gelenkflüssigkeit und zwei- und dreidimensionale bildgebende Verfahren bis hin zur Gelenkspiegelung mit Gewebeentnahme.


Nachbehandlung
Nach Implantation einer Endoprothese findet ab dem 1. Tag nach der Operation ein intensives Krankengymnastikprogramm mit unseren Physiotherapeuten statt. Sie dürfen das operierte Bein unmittelbar nach der Operation voll belasten.
Eine dabei wesentliche Hilfe ist die individuell angepasste Schmerztherapie. Dadurch ist eine Schmerzfreiheit über den gesamten Krankenhausaufenthalt gewährleistet. Dazu arbeiten wir eng mit den Anästhesisten zusammen, die vor der Operation gemeinsam mit Ihnen die für Sie beste Narkose und Schmerztherapie finden.
Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt liegt bei 6 Tagen. Eine Anschlussheilbehandlung wird bereits während des stationären Aufenthaltes beantragt.

12.06.2007

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