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Schwerpunkte
Hüft- und Becken-Endoprothetik

Die Charité hat eine der größten universitären Centren für Endoprothetik. Dieser Entwicklung wird mit dem ersten Lehrstuhl für Endoprothethik in Deutschland (Lehrstuhlinhaber: Univ.-Prof. Dr. Carsten Perka) Rechnung getragen.

Ziel ist jedoch nicht nur der optimale endoprothetische Ersatz für jeden Patienten, sondern auch die Ausschöpfung aller Möglichkeiten des Gelenkerhalts. Alle diesbezüglichen Operationstechniken (Beckenosteotomien, Impingementoperationen, Arthroskopien u.a.) werden wie die endoprothetische Versorgung in höchster Qualität angeboten.

Daneben werden alle Verletzungen des Hüftgelenks oder Beckens, angeborene oder erworbene Fehlstellungen bzw. Folgezustände nach operativer Behandlung der Beckenregion behandelt.

Schmerzen im Bereich des Hüftgelenkes können zahlreiche Ursachen haben und in jedem Lebensalter auftreten. Dabei äußern sich die Beschwerden in ganz unterschiedlicher Form. Typisch sind Schmerzen in der Leistenregion, im gleichseitigen Kniegelenk oder in der Gesäßregion.
Mögliche Ursachen für Beschwerden im Bereich des Hüftgelenkes sind:

  • Der Gelenkverschleiß (Arthrose)
  • Durchblutungsstörungen im Bereich des Hüftkopfes (Femurkopfnekrose)
  • Angeborene Fehlstellungen (z.B. Hüftdysplasie)
  • Die Lockerung von künstlichen Gelenken (Endoprothesen)
  • Veränderungen am Hüftkopf oder am Pfannenrand mit der Folge einer  Einklemmung (femoroazetabuläres Impingement)
  • Einrisse in der Gelenklippe des Hüftgelenkes (Labrumläsionen)
  • Unfälle (Azetabulumfrakturen, Schenkelhalsfrakturen)
  • Fehlstellungen des Oberschenkels oder ausbleibende Knochenheilung (Pseudarthrose)
  • Infektionen
  • Gelenkentzündungen (z.B. Rheumatoide Arthritis)

24.05.2007

 

Leitung
 
Perka, Carsten, Prof. Dr. med.
Stellv. Klinikdirektor (CCM)

Tohtz, Stephan, Dr. med.
Leitender Oberarzt (CCM)

Hasart, Olaf, Dr. med.
Oberarzt Sektion Endoprothetik

 
Alle Mitarbeiter des Bereichs "Hüfte, Becken, Hüft-Endoprothetik"
 

Sprechstunden

Die Hüftspezialsprechstunden findet dienstags und mittwochs von 8.30 Uhr bis 15.00 Uhr sowie freitags von 8.00 bis 13.00 Uhr am Campus Mitte statt.
Die Poliklinik in Mitte findet sich in der Luisenstrasse 13a, 10117 Berlin. Sie ist über den S-Bahnhof Friedrichstrasse (Linien 3, 5, 7, 9) oder mit der U-Bahn Linie 6, Haltestelle Oranienburger Tor zu erreichen. Vom Hauptbahnhof verkehrt die Buslinie 340. Außerdem hält der Bus 147 in unmittelbarer Nähe.
Terminvereinbarung unter Tel. 030 450 515044 (Campus Mitte)

Zusätzlich bieten wir eine Sprechstunde montags von 09.00-11.00 Uhr am Campus Virchow Klinikum an. Die Poliklinik des Campus Virchow-Klinikums befindet sich in der Mittelalle 3, zu erreichen mit der U- Bahnlinie U9, Haltestelle Amrumer Straße, oder mit der Tram 23 und 24, Haltestelle Virchow-Klinikum.

Terminvereinbarung unter Tel. 030-450 552688 (Campus Virchow-Klinikum).

06.08.2004


Leistungsspektrum

Die Art der Behandlung hängt selbstverständlich von Ihrer Erkrankung ab. Oberstes Ziel ist es dabei die optimale Funktion bei maximaler Schmerzfreiheit ihres eigenen Gelenkes zu erhalten. Das eigene Gelenk erhaltende Therapiemaßnahmen von der Physiotherapie über arthroskopische Eingriffe des Hüftgelenkes bis hin zu den minimalinvasiven Operationen insbesondere bei Frühstadien einer Arthrose stehen hier im Mittelpunkt.
Ist eine Gelenkersatzoperation („künstliches Hüftgelenk“) notwendig, legen wir höchsten Wert auf die Anwendung minimal-invasiver Verfahren, bei denen durch eine muskelschonende Operationstechnik eine Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes, ein geringerer Schmerzmittelbedarf und eine schneller Rehabilitation erreicht werden kann.

Das Spektrum der operativen Therapie umfasst

  • Implantation von künstlichen Hüftgelenken (Endoprothesen) unter Verwendung zielgenauer Navigationstechniken, muskelschonendem Vorgehen (minimalinvasive Operationstechniken) mit der Möglichkeit der maximalen Verkürzung der stationären Behandlungsdauer („Clinical Pathway“ über 5-9 Tage)
  • Diagnostik und Therapie schmerzhafter künstlicher Hüftgelenke
  • Schwerpunkt sind Wechseloperationen von Hüftgelenksendoprothesen unter Rekonstruktion der Knochendefekte mit hochmodernen Implantationssystemen bis zur Verwendung von Spezialanfertigungen und Tumorprothesen
  • Arthroskopie („Gelenkspiegelungen“) des Hüftgelenkes
  • Rekonstruierende Eingriffe am Becken bei angeborenen und erworbenen Deformitäten (z. B. Beckenosteotomien nach Ganz bei Hüftdysplasie)
  • Gelenkerhaltende und achskorrigierende Eingriffe am Oberschenkel (z. B. Umstellungsosteotomien, Hüftkopfmodulationen)
  • Versorgung von Frakturen und  Spätfolgen von Unfällen am Becken und  Hüftgelenk
  • Konservative und operative Therapie der angeborenen Hüftdysplasie/ Hüftluxation in jedem Alter (siehe hierzu auch Sektion Kinderorthopädie)
  • Konservative und operative Therapie aseptischer Hüftkopfnekrosen im Kindes- und Erwachsenenalter
  • Konservative und operative Therapie chronisch entzündlicher Hüftgelenkserkrankungen
  • Konservative und operative Therapie von Infektionen im Becken- und Hüftgelenksbereich mit knöcherner Beteiligung
  • Operative Therapie Becken- und Hüftgelenksnaher Tumoren (siehe hierzu auch Sektion Tumorchirurgie)


WARUM  EINE BEHANDLUNG IN DER CHARITÉ
Die Mitarbeiter des Teams mit den Schwerpunkten Hüft- und Beckenchirurgie zählen zu den erfahrensten Hüftgelenksorthopäden – und Chirurgen in Deutschland. Dies wird zum einen durch die Nennung in nahezu allen Empfehlungslisten von Ärzten auf diesem Fachgebiet (Focus-Ärzteliste, Guter Rat, Berliner Kuriere usw.) belegt als auch durch eine sehr hohe Zahl von Weiterbildungsveranstaltungen für Ärzte. Die nationalen und internationalen Kurse, in denen ärztlichen Kollegen die Techniken des minimalinvasiven Operierens am Hüft- und Kniegelenk gelehrt werden, finden bei extrem hoher Resonanz mehrfach jährlich statt.  Der von der Klinik veranstaltete jährliche Endoprothesenkongress in Berlin, gemeinsam mit der Endo-Klinik in Hamburg und der OCM-Klinik in München, ist einer der am besten besuchten Fachkongresse dieser Art in Deutschland.  Mit über 1000 Eingriffen am Hüftgelenk pro Jahr existiert nicht nur eine große wissenschaftliche Expertise sondern ebenfalls höchste praktische Erfahrung.


Das künstliche Hüftgelenk
Im Rahmen der Entwicklung des Gelenkverschleißes, der Arthrose, wird der Knorpel des Gelenkes geschädigt und geht nach und nach verloren. Dieser Verlust der Knorpelschicht führt zu einer Deformierung des Hüftgelenkes und nachfolgend zu  Beschwerden, die sich typischerweise am Anfang mit einem Schmerz beim Anlaufen äußern und im Laufe der Zeit die Gehstrecke und die Beweglichkeit im Gelenk immer mehr vermindern.
Bei fortgeschrittenen Veränderungen ist ein künstliches Gelenk oft die beste Lösung, um die Lebensqualität zu verbessern und die Mobilität zu erhalten. Künstliche Gelenke im Bereich des Hüftgelenkes werden heute mit guten langfristigen Ergebnissen erfolgreich eingesetzt. Bewährte Prothesensysteme, wie sie in unserer Klinik verwendet werden, zeigen eine Haltbarkeit von 10 Jahren bei 95 % der Patienten und etwa von 90 % nach 15 Jahren.  Neuere Prothesen, haben keine so lange klinische Erprobung hinter sich und können z.T nur mit geringeren Nachbeobachtungszeiträumen aufwarten, so dass hier eine spezielle Aufklärung notwendig wird.

Die Implantation des künstlichen Hüftgelenkes
Wir empfehlen vor der Operation die Durchführung einer Eigenblutspende, durch die Sie die Risiken einer Fremdblutgabe (Virusübertragung, allergische Reaktion) vermeiden können. In den letzten Jahren hat sich immer mehr eine besonders weichteilschonende, minimalinvasive Operationstechnik durchgesetzt. Hier wird in einer muskelschonenden Technik die Implantation des künstlichen Gelenkes vorgenommen.
Welche  Prothese für Sie die Beste ist, werden wir mit Ihnen in der Ambulanz besprechen. Der stationäre Aufenthalt beträgt zwischen 4 und 11 Tagen. Das Aufstehen ist ab dem Tag nach der Operation erlaubt. Das Treppensteigen ist nach einer Woche möglich. Nach minimalinvasiven Operationstechniken ist oftmals prinzipiell keine Benutzung von Gehstützen notwendig, dies hängt aber wesentlich von dem Zustand der Muskulatur vor der Operation ab.
Nach der Operation findet ein intensives Krankengymnastikprogramm im angeschlossenen Physiotherapiezentrum statt. Danach schließt sich ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik (ambulant oder stationär) an, sofern dies von Ihnen gewünscht wird. Die Beantragung der Reha übernehme wir für Sie. Für die die Wahl des Rehabilitationsortes stehen Ihnen unsere Sozialbearbeiter beratend zur Seite, die Sie am Patientenbett besuchen, so dass eine zügige Beantragung erfolgen kann.


Schmerzhafte künstliche Hüftgelenke:
Nach der Implantation von künstlichen Gelenken bestehen in einigen Fällen weiterhin Beschwerden. Die Gründe für Beschwerden nach Implantation eines künstlichen Gelenkes sind vielfältig und bedürfen einer genauen Untersuchung der Ursache im Rahmen der Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde. Die Charité hat in den letzten Jahren ihren Schwerpunkt der klinischen und wissenschaftlichen Arbeit auf dieses Gebiet gelegt, so dass hier eine sehr große Erfahrung besteht. 

Gründe für schmerzhafte künstliche Hüftgelenke:

  • Lockerung der Endoprothese / Verschleiß der Gleitpaarung (Abrieb)
  • Infektionen/Entzündungen  des Gelenkes
  • Entzündungen in den Strukturen um das Gelenk (z.B. Schleimbeutelentzündungen)
  • Funktionsstörungen der Endoprothese (Einklemmungen von Weichteile Anschlagphänomene am Knochen usw.)
  • Schädigungen der Muskulatur um das Hüftgelenk
  • Verkalkungen
  • Nervenschädigungen


Wechseloperationen von Hüftgelenksendoprothesen

Die Lockerung eines künstlichen Gelenkes kann sich durch Schmerzen im Bereich des Gelenkes bemerkbar machen, bleibt aber manchmal auch stumm. Wird eine Lockerung nicht rechtzeitig erkannt, kann dies zu einer Zerstörung des Knochenlagers kommen und den notwendigen Wechseleingriff erschweren. Daher wird Patienten mit einem künstlichen Gelenk ab dem 10. Jahr empfohlen, jährliche Kontrollen durchführen zu lassen. Abhängig von der Schwere des Knochendefektes sind die Verwendung spezieller Implantate und der Wiederaufbau des Knochens erforderlich.
 


Die Arthroskopie des Hüftgelenkes:
Während „Gelenkspiegelungen“ (Arthroskopien) im Bereich des Kniegelenkes und des Schultergelenkes schon seit vielen Jahren routinemäßig durchgeführt werden, sind Arthroskopien des Hüftgelenkes bisher nur an wenigen Zentren in Deutschland etabliert.
Die Arthroskopie des Hüftgelenkes bietet dabei die Möglichkeit, durch eine „Schlüssellochtechnik“ mit nur wenigen, kleinen Schnitten das Gelenk zu untersuchen und Operationen durchzuführen.
Die Arthroskopie des Hüftgelenkes spielt eine zunehmende Rolle bei Sportunfällen und bei Veränderungen der Anatomie des Hüftgelenkes.

Mögliche Indikationen für eine Arthroskopie des Hüftgelenkes sind: 

  • Veränderungen des Kopf-Hals-Überganges des Oberschenkelknochens oder Veränderungen am Pfannenrand („femoroazetabuläres Impingement“)
  • Knorpelschäden des Hüftgelenkes
  • Freie Gelenkkörper
  • Entzündungen der Gelenkschleimhaut
  • Einrisse in der Gelenklippe des Hüftgelenkes (Labrumläsionen)
  • initiale (beginnende)  Koxarthrose
13.09.2004

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